Jürgen Landmann ~ Abenteuer Outdoor
Jürgen Landmann ~ Abenteuer Outdoor

Baruntse 7168m - Nepal 2012

Ein Herz für Langenwetzendorf

Tourbericht Teil 5

Traumhafter Sonnenuntergang

Tag 20

Christian

 

 

 

Heute gehen wir in Camp 1, wollen dort zur Akklimatisation übernachten. 8.00 Uhr Frühstück, es ist sonnig und warm. Mein Zeltnachbar Stefan hat Kopfweh, will mit Matthias, Dirk und den beiden Kranken im Basecamp bleiben. So steigen wir also zu acht auf dem bereits bekannten Weg Richtung Camp 1.

Crampons Point

 

 

 

 

Am Crampons Point, wo die Steigeisen angelegt werden, etwa 10 Minuten vor der Eiswand, kehrt auch Torsten um. Er fühlt sich nicht fit und will nicht unnötig Kräfte vergeuden.

Beat klettert tief unter mir

 

 

 

 

 

 

 

16.00 Uhr erreiche ich das Lager, wieder im Sturm. Heute kam ich um einiges leichter hoch als noch vor 2 Tagen.

Spalten gibt es auch um Camp 1 herum

Schnell hole ich eine große Mülltüte voll Schnee, zum Schmelzen, Tee kochen und Essen zubereiten, packe sie ins Vorzelt und grabe noch ein Loch für die Toilette abseits der Zelte. Zuletzt noch einige Blöcke aus hart gepressten Schnee ausstechen und als Windschutz um die Grube aufstellen.

Nun krieche ich in meinen Schlafsack und beginne Schnee zu schmelzen. Das dauerte fast 2 Stunden, bis ich genügend heißes Wasser fertig, gegessen und getrunken hatte.

gefährliche Seilführung

  

Nachts wird der Sturm noch stärker und böig. Eiskristalle peitschen über das Zelt und lassen keinen von uns richtig Schlaf finden.

Da ich allein im Zelt bin, ist es auch kälter und die Temperatur fällt im Zeltinneren auf -20°C. Jede Stunde muss ich trinken, insgesamt in dieser Höhe 6 Liter pro Tag und natürlich die verbrauchte Flüssigkeit wieder „freilassen“ – beschwerlich und nervig, aber eben normal.

Bildergalerie Tag 20

Tag 21

Eis auf dem Schlafsack

 

 

Die erste Nacht im Hochlager ist überstanden. Morgens 8.00 Uhr ist es windstill bei blauem Himmel. Mein Husten ist schlimmer geworden. Zum Frühstück mache ich mir Cappuccino und esse Mischbrot mit Leberwurst, das ist bei -20°C leider hart gefroren, da ich vergessen hatte, es mit in den Schlafsack zu nehmen.

Für den Abstieg in BC brauchen wir nur von 10.00 – 12.15 Uhr.

Heli-Start 1

Stefan wurde heute Morgen mit Verdacht auf ein Hirnödem ausgeflogen. Der schwer beladene Heli hatte Schwierigkeiten zu starten. Verschwand nach einigen Versuchen abzuheben in einer riesigen Staubwolke, aus der er wenig später unvermittelt im Tiefflug herausschoss. Dirk musste sich mit einem Sprung zwischen die Felsen in Sicherheit bringen, riss sich dabei die Hände auf. Das leere Zelt von Stefan flog durch die Luft, geriet fast in den Rotor. Alle waren froh, als das Fluggerät endlich weg war, das war echt knapp.

Heli -Start 2
Abendstimmung im BC

 

Als wir im BC ankommen, zaubert unsere Küche schnell noch Mittag für uns. Es gibt Sandwich, Rohkost, Westernpotatos, Käsescheiben und gemischtes Obst als Dessert.

 

Heute sind die Australier mit einem riesen Aufgebot im BC angekommen und bauen ihr Lager nahe unserem auf.

Die große Spalte auf 6900 m ist wohl erst heute versichert wurden, wir können die Seile mit Rudis Fernglas sehen.

An diesem Tag habe ich kaum Fotos gemacht, deshalb gibt es mal keine Bildergalerie. Habe aber bei YouTube ein schönes Video gefunden. Also lehnt euch zurück und genießt den Himalaya.

Tag 22

Das Ding kann Leben retten

 

 

 

Endlich konnte ich mal supergut schlafen. Nach dem Frühstück bleiben wir noch lange im Dom sitzen und quatschen, schließlich ist ja Ruhetag.

 

Später werden wir in Funktion und Handhabung des Certec - Bags eingewiesen, eine Art aufblasbarer Schneewittchensarg. Da hinein kann ein Höhenkranker gelegt und mittels Handpumpe einem höheren Luftdruck ausgesetzt und so eine niedrigere Höhe simuliert werden. Eine tolle Erfindung, die schon viele Leben rettete.

Torsten sagte: Bei Frauen und Zirren kann man sich irren

 

 

Heute ziehen Schleierwolken auf und wir haben den ganzen Tag kalten Wind und kaum Sonne.

 

Die gemischte Expedition Neuseeland – Schweiz – England ist heute ohne Gipfel abgestiegen. Die Iraner versuchen es morgen zu schaffen, die Chancen stehen schlecht. Tiefer Schnee und starker Wind sind gegen die Bergsteiger.

Kitschig aber trotzdem schön

 

 

 

 

 

 

Ich nutze die freie Zeit für eine Fototour rund um das BC.

Auch nicht besser?

 

 

 

 

 

 

Im Abendrot leuchtet der ganze Himmel.

Bildergalerie Tag 22

Tag 23

"Hubschrauberangriff" mal ist er Retter, mal "Zerstörer"

Wieder konnte ich recht gut schlafen. 7.45 Uhr gibt es einen „Hubschrauberangriff“. Aus unbekanntem Grund fliegt er unser Lager direkt an, um einige Kringel über unsere Zelte zu drehen. Über meinem ist er keine 10 m Meter hoch, aber alle Verankerungen halten.

 

Zum Frühstück gibt es eine neue Strategie. Dirk will mit Marc und den beiden Sherpas schon heute in Camp 1 aufsteigen, um das Verlegen der Fixseile am Grat voranzutreiben.

 

Eine Gruppe Holländer erreicht unser Lager nach einem offensichtlich langen und anstrengenden Marsch. Einer ist völlig am Ende. Er hockt vor meinem Zelt und ist nicht mehr in der Lage sich einigermaßen zu unterhalten, lehnt aber jede Hilfe ab. Ihre Zelte stellen sie neben unseren auf und verschwinden sofort darin.

Flugbewegungen gibt es fast täglich

Tag 24

Torsten

Wir „blasen“ zum Gipfelsturm. 8.00 Uhr Frühstück, dann Rucksack packen. Eigentlich wollte ich heute leicht gehen, aber irgendwie muss noch so viel mit, dass er wieder voll und entsprechend schwer ist.

 

10.15 Uhr gehen wir los. Heute ist unsere Gruppe weit auseinandergezogen. Das Depot, welches Torsten vor drei Tagen an seinem Umkehrpunkt angelegt hat, haben die Raben geplündert, die Säcke aufgerissen und die meisten Nahrungsmittel gefressen.

Lander

Ab 6000 m ist wieder Sturm, noch mehr als sonst. Die herumfliegenden Eiskristalle schmerzen im Gesicht. 15.00 Uhr erreichen Christian und ich als erste Camp 1. Wir erfahren, dass Camp 2 komplett beräumt ist. Die vier Mann Vorhut waren oben, sind aber mit der kompletten Ausrüstung wieder ins Camp 1 abgestiegen. Da oben stand nie ein Zelt unserer Expedition.

Dirk, Marc, Matthias und Catrina steigen direkt wieder nach unten ins BC ab, nehmen unterwegs noch Roland und Jörg mit. So bleiben wir zu sechst zum Schlafen auf 6143 m. Heute teile ich das Zelt mit Torsten. Wir schmelzen in den Schlafsäcken liegend Schnee, trinken viel und essen schließlich zu Abend, bevor wir uns zur Ruhe begeben.

 

Aktualisiert am 10.09.2017

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