Jürgen Landmann ~ Abenteuer Outdoor
Jürgen Landmann ~ Abenteuer Outdoor

Nepal 2010 - Besteigung Island Peak

Das ist das Ziel - Island Peak

Tourbericht

Der Mond zeigt uns den weg und der Bergführer

 

22.10.2010

Tag des Gipfelangriffs. Mitternacht, aufstehen, frühstücken. Die Bergführer veranstalten eine kleine Puja. Beten und zünden Räucherstäbchen an.

Um 1.00 Uhr brechen wir auf. Die Schweizer zeigen sich erstaunt, dass ich mit ihnen gehe. Eigenartig, wo wir doch gestern gemeinsam trainierten, naja…

Anfangs ist der Weg eher öde, führt über Moränenschutt bis an den Weg des Island Peak. Im unteren Bereich des Berges gehen wir echt langsam in Serpentinen nach oben. Erst nach etwas 2 Stunden machen einige leichte Felsklettereien den nächtlichen Aufstieg spannender. Ich bleibe bei unserem Bergführer bis wir an einer ausgesetzten Stelle am Grat den Grampons Point erreichen.

Die Schweizer folgen mit großem Abstand

 

 

 

 

Hier werden sie Steigeisen angelegt und alle in das Seil ihrer Gruppe eingebunden. Ich bin da nicht so begeistert, will mich nicht an Fremde hängen. So richtig passe ich auch zu keiner der beiden schweizer Seilschaften.Schließlich gehe ich seilfrei mit dem Bergführer vornweg.

Wir kommen gut voran und erreichen bald steileres Gelände. Hier soll ich so lange warten, bis der Guide das Fixseil angebracht hat.

Hier wird`s echt steil

 

 

 

 

 

 

Allein weiter zu gehen erscheint mir nicht so schwer und so folge ich ihm in einigem Abstand. Ich überhole noch eine Dreierseilschaft, bevor ich am Fuß der 70 Grad steilen Eisrinne stehe. Dort sichere ich mich an einem älteren Fixseil und beginne mich hochzuarbeiten. Eisklettererfahrung ist hier echt von Vorteil. Auf halber Höhe kommt mir mein Guide entgegen. Etwas erstaunt, mich schon hier oben zu sehen, reicht er mir unser neues Seil und setzt seinen Weg nach unten zum Rest der Gruppe fort. Ich binde mich um und klettere weiter.

Der Gipfelgrat

 

 

 

 

 

 

Noch bevor ich am Plateau ankomme, treffen mich die ersten Sonnenstrahlen. Das tut mir gut. Sofort durchströmt ein wohliges Gefühl meinen Körper. Ich spüre neue Kraft. Nun trennt mich nur noch der ausgesetzte Gipfelgrat vom höchsten Punkt.

Gipfelfoto Island Peak

 

 

 

 

 

Nach 6 ¼ Stunden stehe ich oben, 6189m, mein persönlicher Rekord! Das Wetter ist super, blauer Himmel, kaum Wind und nicht mehr unter -15°C. Ich genieße meinen persönlichen Triumph und die grandiose Aussicht, mache viele Fotos. Am zum Greifen nahen Lhotse hängen Schneefahnen.

Rechts auf dem Gletscher ist der Weg zu erkennen

 

 

 

Mehr und mehr Bergsteiger drängen herauf. Also mache ich Platz und beginne meinen Abstieg. Den Grat kann ich ohne Probleme hinter mich bringen, allen Entgegenkommenden ausweichen.

In der Mitte der Eisrinne allerdings hängt eine Frau fest. Ihre Begleiter brüllen hinunter, das hilft nicht. Um überhaupt weiter zu kommen, hänge ich mich in das zweite Seil ein und steige zu ihr ab. Sie hat sich hoffnungslos in einem Seilfiz verknotet und ist heilfroh, dass ich sie befreie.

Irrgarten Gletscher

 

 

 

 

 

Auf dem Gletscher gönne ich mir meinen letzten Tee, esse eine Kleinigkeit und setze meinen Weg Richtung Basecamp allein fort.

Erst jetzt ist die bezaubernde Schönheit des zerrissenen Geländes in Gänze zu erkennen, Eiszapfen in Löchern, Firnrinnen, eine Welle.

Wo ist der Weg?

 

 

 

 

 

Zweimal schlage ich weiter unten im felsigen Gelände die falsche Richtung ein, finde aber jedes Mal den richtigen Weg schnell wieder. Nach 2 Stunden und 25 Minuten Abstieg bin ich wieder an meinem Zelt, esse, trinke, nehme Glückwünsche entgegen.

Weg nach Dingboche

 

 

 

 

Von 13.00 – 16.00 Uhr steigen wir noch nach Dingboche ab. Unsere Lodge ist voll belegt und wir wechseln zu einer noch tiefer gelegenen.

Ich wasche mich draußen. Dafür trenne ich wie üblich die freiliegende Wasserleitung. Nach einer Weile kommt ein Sherpa und bittet mich um Beeilung. Drinnen möchte jemand duschen und braucht das Wasser.

Kloster Tengboche

 

 

 

23.10.2010

In 3 Stunden laufen wir hinunter nach Tengboche.

Heute habe ich Zeit, das weltberühmte Kloster zu besichtigen. Es ist draußen wie drinnen wunderschön. Ich kann den Mönchen beim Rezitieren zusehen. Im Kloster ist es saukalt. Nachdem es einige Male abgebrannt war, entschlossen sich die Vorsteher, das komplette Gebäude nicht mehr zu beheizen.

Die Eisriesen verabschieden sich

 

 

 

 

 

 

Beim Verlassen des Komplexes erschließt sich mir noch einmal ein toller Blick zurück auf Everest, Nuptse, Lhotse und Ama Dablam, ein super Abschluss.

Schon 13-jährige Mädchen müssen schwere Lasten tragen

 

 

 

 

 

 

Um 13.45 Uhr, nach einem ausgiebigen Mittagessen unten am Flusslauf, des Dod Kosi kommen wir in Namche Bazar an. Gern würde ich noch weiter bis nach Lukla, aber mein Begleiter Nuri streikt. Also schlafen wir hier.

Bildergalerie

 

Aktualisiert am 25.06.2017

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