Jürgen Landmann ~ Abenteuer Outdoor
Jürgen Landmann ~ Abenteuer Outdoor

Baruntse 7168m - Nepal 2012

Zwischenlager am Fuße des Pik 41

Tourbericht Teil 2

Everest mit kilometerlanger Schneefahne

Tag 8

Blick zu Numbur und Karelung

 

 

 

 

Noch gestern Abend sah der Himmel nach Weltuntergang aus, heute ist er strahlend blau und gibt den Blick auf die Berge frei.

Es hat sich herausgestellt, dass es einen kürzeren, auf keiner Karte verzeichneten Pfad durch die Berge gibt, den wir nehmen wollen. So heuern wir kurzerhand Pasam, einen Local, als Guide für drei Tage an.

Pasam kennt den Weg

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir bahnen uns den Weg durch dichten Dschungel.

Den ganzen Tag bewegen wir uns stets zwischen 3070 m und 2500 m auf und ab.

Urwald

 

 

 

 

Noch vor 12 Uhr steigen Wolken aus dem Wald auf – hier werden sie also produziert! ☺Bald zieht es sich komplett zu.

Überall gibt für uns fremde Gerüche und Geräusche. Bei bedecktem Himmel sind es 15 °C, die nackten Arme sind kalt, aber wir schwitzen alle unbeschreiblich.



Zelten im Grünen

 

 

Nachmittag bauen wir unsere Zelte auf einer kleinen gerodeten Fläche mitten im Wald (2730 m) auf, dann ist baden im Gebirgsbach angesagt.

 

Der kleine Tümpel (Fotos unter Zensur! ☺) hat 10 –12 °C, bei noch 8 °C Außentemperatur. Wirklich lang bleibt keiner drin.

Chic ist es kleine Accessoires zu tragen, mehrere von uns haben sich für Blutegel „entschieden“. Die gibt es nicht nur im Tümpel, auch im Wald, auf der Wiese und einfach überall.

Geisterstunde

 

 

 

 

 

Gegen Abend wird der Bergregenwald endgültig zum Nebelwald. Es entsteht eine gespenstische Kulisse. Am Ende ist kaum noch die Hand vor Augen zu sehen.

Zum Abendessen gibt es Knoblauchsuppe, Popcorn, Dhal Bhat und als Dessert Kuchen. Wie der Koch den gezaubert hat, ist ein Rätsel.

Bildergalerie Tag 8

Tag 9

Die Träger leisten Übermenschliches

 

 

 

 

 

Dschungelcamp – ich werde von Vogelgezwitscher geweckt –es ist wie im Märchen. Augen auf, aufstehen, Zelt abbauen.

Nach einem tollen Frühstück begeben wir uns wieder auf schmale verwachsene Pfade.

Dort unten (Bildmitte) haben wir genächtigt

 

 

 

Gerade mal eine Stunde unterwegs und wir sind schon wieder auf 3255 m. Wir durchqueren schier undurchdringliche Wälder aus Bambus und riesigen Gummibäumen. Alles ist mystisch und geheimnisvoll.

Wo auch immer man hintritt, alles ist glatt.

Es gibt Orchideen, Grillen, bunte Pilze und 6 cm lange Käfer. Wir begegnen signalrote Spinnen und überdimensionale Wegschnecken.

Hier schmeckt alles doppelt gut

 

 

 

 

 

 

 

 

Mittag genießen wir unser Lunchpaket am Wasserfall, bleiben noch ein wenig sitzen, dösen etwas und lassen es uns gut gehen.

Leichtes Gelände ist anders

 

 

 

 

 

Der Nachmittag ist nicht weit, dafür extrem schwierig für die Träger, interessant und anspruchsvoll für uns. Irgendwie wurde an den Steilwänden mit Steinplatten eine Treppe errichtet, die eher einer Leiter ähnelt. Man möchte sich nicht vorstellen, dass einer der Träger mit der schweren Last stolpern könnte.

 

Im Lager, das heute noch enger zwischen den Urwaldriesen aufgeschlagen wird, müssen wir lange auf unser Gepäck warten. Als die letzten Träger das Camp nach 19 Uhr erreichen, ist es lange finster.

Das Grüne links ist das Toilettenzelt

 

 

 

Einer unserer Expeditionsteilnehmer nutzte abends noch das Toilettenzelt. Irgendwie schaffte er es, sich zu verheddern und das Gestänge umzureißen. Der Schein seiner Stirnlampe wurde im fallenden Zelt schnell hektisch. Die draußen stehenden Beobachter sind amüsiert. Fast war es schade, dass unser Freund es schaffte, den endgültigen Kollaps des Zeltes zu verhindern. Er konnte das Zelt unbeschadet verlassen und musste unseren Spott und Gelächter über sich ergehen lassen.

Bildergalerie Tag 9

Tag 10

Da zieht Bedrohliches auf

 

 

 

 

Heute ist eine längere Tagesetappe angesagt, so stehen wir früh auf, packen und frühstücken. Bereits kurz nach acht sind wir unterwegs. Uns erwarten überwucherte kaum begangene Pfade.

Es dauert gar nicht lange, da zieht in dem engen Tal ein schweres Gewitter heran. Es droht uns, lässt Blitze zucken, verschont uns aber und wir kommen noch einmal davon.

Wieder auf "Kurs"

 

 

 

 

 

 

 

Von 3040 m sind wir ruckzuck hoch auf 3580 m und hinten wieder runter.

In Tashing Ongma münden wir endlich auf unseren eigentlichen geplanten Weg. Hier stoßen auch unsere zweiter Sherpa mit dem eigentlichen Koch zu uns. Die beiden kamen über den Pass von Lukla herüber.

Malerisches Tal, aber unangenehmes Wetter

 

 

 

 

 

Nach dem Mittag steigen wir noch weiter ins Tal ab. Es setzt bei ungemütlichen 9 °C Nieselregen ein. Die meisten der Träger sind noch mit kurzer Kleidung und barfuß in Gummilatschen unterwegs, werfen sich lediglich aufgeschnittene Müllsäcke zum Schutz über.

Wir folgen dem Gletscherbach bis hoch nach Kote auf 3510 m.
Fleischauslage unter freiem Himmel

 

 

 

 

 

Hier werden wir in einer Lodge übernachten. Vor einigen Häusern ist Fleisch zum Verkauf ausgelegt. Es ist Popello, Wasserbüffel. Unsere Küche ersteht einige Teile, das Kilo für 7€ und bereitet es zum Abendessen. Es ist vom Rind nicht zu unterscheiden und schmeckt mit Reis, Gemüse und gebratenen Kartoffeln lecker.

Manpower

 

 

 

 

 

 

Beim Rundgang im Dorf entdecke ich das „Sägewerk“. Die beiden schneiden tagein, tagaus Balken und Bretter – Wahnsinn.

Tag 11

Traumhaftes Tal

 

 

 

 

Bei „molligen“ 5 °C und klarem blauen Himmel pellen wir uns aus unserer Schlafstatt. Jeder versucht den Schlafsack noch irgendwie zu trocknen, aber in der kurzen Zeit und vor Sonnenaufgang wird das nichts. Also wieder mal nass einpacken.

Blick zum Kyashar 6770 m

 

 

 

 

 

 

 

Heute gehen wir parallel zum Gletscherbach talaufwärts über Schwemmflächen mit Flusskiesel. Umkurven riesige Felsblöcke und lassen bald die letzten Bäume, später auch Sträucher hinter uns. Es ist sonnig aber kühl.

Meine Lieblingsblume

 

 

 

 

 

Knapp unterhalb von 4000 m grüßen uns die ersten Enzian und Edelweiß. Endlich sind wir im Hochgebirge

Mittagspause

 

 

 

 

 

Auf einer Märchenwiese machen wir Mittagrast. Um unzählige Blumen schwirren Hummeln und Schmetterlinge und über uns thront der Gipfel des Mera Nord mit seinen steil abfallenden Gletschern. Immer wieder brechen Teile von Séracs ab und donnern als Eislawine zu Tal.

In der Wand gegenüber turnt eine Herde Tahre geschickt über glatte Felsplatten.
Felsengompa

 

 

 

 

 

 

Wir besuchen eine am Weg gelegene Felsengompa. Der Lama feiert mit uns eine kleine Puja, betet für uns und wünscht uns Glück für unser Vorhaben.

Endlich über 4000 m

 

 

 

 

 

 

Unsere Zelte zur Übernachtung bauen wir in Tangnag auf 4200 m auf. Hier wird einige Tage später angeblich ein Tiger gesichtet – ungewöhnlich.

Die Jungs sind hart im Nehmen

 

 

 

 

 

 

Beim Rundgang im kleinen Ort bemerke ich Rauch in den Felsen. Hier übernachten tatsächlich einige der Träger im Freien.

Blick zum Mera Nord

 

 

Zu Abend essen wir in einer Lodge. Der Besitzer, versucht einen kleinen Ofen in Gang zu bringen. Außer viel Qualm ist allerdings kein Ergebnis zu verzeichnen. Veränderung bringt nur der massive Einsatz von Brandbeschleuniger – nämlich eine krasse Verpuffung. Selbst aus dem Schornstein, wie Rudi von außen beobachten konnte, kam eine riesen Stichflamme. Zum Glück blieb die Hütte stehen und alle ohne Brandverletzung.

 

Den nächsten Eisschlag vom 6367m hohen benachbarten Kusum Kangru kann ich im Zelt liegend deutlich spüren, der Boden bebt.

Bildergalerie Tag 11

 

Aktualisiert am 10.09.2017

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