Jürgen Landmann ~ Abenteuer Outdoor
Jürgen Landmann ~ Abenteuer Outdoor

Denali 6194 m - Alaska - Tourbericht Teil 1

Denali - Was für ein Klotz!

Tag 1 - 3 Die Anreise

Meine Lieben brachten mich nach Greiz. Ab da ging es mit dem Zug weiter – vorbei an den Staus auf Straßen und Autobahnen. Aber Moment mal, auf freier Strecke bleiben wir stehen. Durchsage nach einer ganzen Weile: Bauarbeiten, wir müssen einen Schienenbagger passieren lassen. Meinen Anschlusszug erreiche ich rennend, sofern möglich mit dem vielen Gepäck, in allerletzter Sekunde und auch nur, weil er auch Verspätung hat.

Morgens fliege ich von Frankfurt nach Amsterdam. Dort wartet die nächste Verzögerung. Im Gate wird ein kleines Buffet aufgebaut – kein gutes Zeichen. Durchsage: Der Flieger ist kaputt. Ein Ersatzteil müsste aus Hamburg angefordert werden, aber man versucht (!) erst einmal den Schaden zu reparieren.

Endlich über Alaska

 

 

 

 

Das macht ja Mut.

Mit zweieinhalb Stunden Verspätung können wir starten. Da der Flieger nicht runtergefallen ist, scheint der Mechaniker seinen Job richtig gemacht zu haben. Mein Anschlussflug in Seattle ist allerdings weg. Wieder lasse ich sechs Stunden liegen, bis ich endlich mit der nächsten Maschine nach Anchorage / Alaska gelange.

Anflug auf Anchorage

 

 

 

 

 

 

 

Kurzer Anruf im Hotel und binnen weniger Minuten holt mich der Shuttle Service ab.

Am kommenden Tag treffe ich beim Briefing die anderen Expeditionsteilnehmer. Danach besorgen wir noch einige fehlende Ausrüstungsgegenstände.

Mein Weckdienst, die starten direkt hinter dem Hotel

 

 

 

 

 

 

Tags darauf geht es dann endlich los. Mit dem Kleinbus von Mountain Trip fahren wir die 150 Meilen bis Talkeetna, ein kleines Goldgräberdorf am Rande der Zivilisation, aber mit Flugplatz!

Die Fahne von Alaska zeigt den großen Bären und den Polarstern

 

 

Unsere komplette Habe wird gewogen und in den Flieger verladen. Etwa eine Stunde fliegen wir über schier endlose Wälder, durchzogen von zahllosen Wasserläufen, bis wir, ziemlich holprig, auf dem Gletscher direkt neben dem Basislager landen.

 

Gerademal 100 Meter schleppen wir die Ausrüstung (jeder ca. 150 kg), dann bauen wir die Zelte auf und bereiten das erste Abendessen am Berg.

 

Der abendliche Wetterbericht verspricht eine längere stabile Periode.

Tag 4 - 5 Die erste Nacht am Berg

Unser BC

 

 

 

 

 

Die erste Nacht am Berg habe ich hervorragend geschlafen. Im Daunenschlafsack war es mir echt zu warm, bei 0°C im Zelt und minus 10°C draußen. Heute soll ein ruhiger Tag werden. Die Mädels bekommen gezeigt, wie man sich einbindet und sich als Seilschaft auf einem Gletscher bewegt.

Packen vor magischer Kulisse

 

 

Wir haben Kaiserwetter und außer dem Packen der Schlitten, passiert heute nicht mehr viel. Da liegt das Hauptaugenmerk auf dem Auftragen der Sonnencreme.

Aufreger des Tages ist eine absteigende Seilschaft. Sie mussten vom Berg, weil sich einige der Teilnehmer schwere Erfrierungen zugezogen hatten. Bei unserer Begegnung habe ich mich echt doof gefühlt, weil ich barfuß in Sandalen dastand.

In der kommenden Nacht werden wir 2.30 Uhr geweckt. Es ist taghell, wird ja derzeit nicht finster. Das stört den Schlaf schon erheblich – hätte ich nicht gedacht.

Meine Schuhe sind im Vorzelt festgefroren. Auch das kalte Frühstück will nicht so recht runter, aber mit viel heißem Kaffee löse ich das Problem.

In der Sonne wird es wärmer

 

 

 

 

Kurz nach fünf können wir endlich los. Die schwer beladenen Schlitten ärgern uns anfangs sehr, machen, was sie wollen. Erst als es bergan geht, finde ich einen guten Rhythmus.

Der Gletscher ist sehr zerklüftet. Wir queren hunderte Spalten, müssen immer wieder Umwege gehen, um neue Schneebrücken zu finden.

Sondieren des Lagerplatzes

 

 

 

 

 

Das Erste unserer Mädels bekommt echte Probleme, kann ihre Lasten kaum noch bewegen. Erst gegen 12.30 Uhr erreichen wir Camp 1 auf 2450m (7800 Fuß). Wir prüfen die gesamte Fläche mit einer Lawinensonde auf versteckte Spalten und stellen dann unsere Zelte auf. Auch Küchenzelt und Toilette werden mit viel Liebe errichtet und angelegt, schließlich sind wir keine Wilden!

Tag 6 - 7 Der erste Rückschlag

Camp 1 bei Sonnenaufgang, hinten "Skihill"

 

 

 

 

 

3.15 Uhr wecken – so früh? Naja, wenigstens ist es „schon“ hell. Gemütlich und gut frühstücken, 5.25 Uhr beginnen wir mit dem Aufstieg. Da das Gelände jetzt steiler wird, müssen wir die Lasten splitten. Das heißt, wir bringen einen Teil der Ausrüstung nach oben in ein Depot, um am anderen Tag entsprechend leichter beladen mit dem Rest unserer Habe ins nächste Lager gehen zu können.

Beeindruckende Kulisse

 

 

 

 

 

Heute steigen Jeff, Tamera und ich als Seilschaft vor. Wir können schneller als gestern gehen, was mir einen angenehmen Rhythmus beschert. Das macht mir das Leben leichter, auch an den Schlitten habe ich mich gut gewöhnt.

 

Die eisigen Temperaturen um minus 20°C und der starke Wind bescheren uns die ersten kalten Finger, beeinträchtigen mich aber kaum.

Jeff gräbt unser Depot

 

 

 

 

 

 

 

Nach gut 5 Stunden erreichen wir, auf 3100 m, einen geeigneten Depotplatz. Nachdem eine Fläche von etwas 10x10 Meter nach verborgenen Spalten abgesucht ist, graben wir ein 1,50m tiefes Loch und deponieren unsere Lasten. Die Tiefe ist wichtig, da die Raben sonst nach Fressbarem suchen, Ausrüstung ausgraben und alles anhacken. Die frechen und schlauen Tieren sitzen auf deinem Schlitten, beobachten dein Tun und machen sich direkt nach deinem Abstieg an ihr zerstörerisches Werk.

Bis hierher hat es Thale geschafft

 

 

Im Glauben unsere zweite Seilschaft folgt uns zeitnah, markieren wir das Depot und lassen es offen. Nach 250 Höhenmetern Abstieg jedoch treffen wir auf diese und erfahren, dass das erste der Mädels nicht mehr kann und ihren Rückweg antreten muss. Für uns heißt das, wieder aufzusteigen und das Depot zu schließen – kostet uns mal eben eineinhalb Stunden – toll!

 

Nach getaner Arbeit gibt es ein kleines Mittagessen unten im Hochlager 1 und eine längere Diskussion, wie wir unsere Begleiterin zurück zum Flieger ins Basislager bringen. Plan: Robert und Jeff bringen sie morgen runter und kommen zu uns zurück – kostet uns den ersten Reservetag.

Unser Ersatzschneemann

 

 

 

 

 

 

Am kommenden Morgen brechen die Drei nach dem Frühstück auf. Wir vertreiben uns den unfreiwilligen Ruhetag mit einem Besuch bei den benachbarten Chilenen, „Schneemann“bauen und mit Würfeln.

 

Erst abends kurz vor acht sind die beiden Jungs zurück.

Tag 8 - 9  Bezug von Hochlager 2

Einsamkeit im Aufstieg

 

 

 

 

Erst spät konnte ich Schlaf finden, war ja wegen der fehlenden Bewegung gestern nicht müde.

Nach einem leichten Frühstück bauen wir unser Lager ab, packen die Schlitten und machen uns auf dem Weg nach oben. Im Gegensatz zu gestern sind unsere Lasten gar nicht so schwer. Die minus 20°C setzen den beiden Mädels ganz schön zu. Ich fühle mich, dank Bewegung erstaunlich gut.

Wir bekommen Bratkartoffeln

 

 

 

 

Kurz nach 11 Uhr erreiche ich mit Tamera und Jeff den Platz von Hochlager 2 auf 3515m. Sogleich beginnen wir mit dem Bau der beiden Plattformen und stellen unser Zelt auf. Während der Arbeit überrascht uns ein anderer Bergsteiger mit Bratkartoffeln – die Besten die ich je gegessen habe! Was für eine nette Geste!

 

Mit über einer Stunde Verspätung erreichen uns auch Sangeeta und Robert. Schnell bauen wir noch das zweite Zelt auf und können endlich ein Nickerchen machen.

Leben über den Wolken

 

 

 

 

 

Unten am Pass ziehen schwere Wolken rein, bin gespannt, wie sich das Wetter entwickelt.

 

Am folgenden Morgen schlafen wir etwas länger, schließlich gibt es nicht so viel zu tun. Über Nacht hat es gerade mal 5cm Neuschnee gegeben, sollte kein Problem sein.

Abstieg zum Depot, Schlitten im Rucksack

 

 

10.30 Uhr steigen wir zu unserm Depot ab, graben unsere Habe aus und bringen alles nach oben in Camp 2. Nervig ist hier nur, dass der schwere Schlitten am Hang ständig seitlich ausbricht. Naja, 13.30 Uhr haben wir es ja geschafft und können zu Mittag essen.

 

Den Nachmittag verbringen wir mit Packen für morgen. Einige Ausrüstung und Verpflegung sowie die Schlitten und Schneeschuhe bleiben hier. Für die Schlitten ist das Gelände zu steil und die Schneeschuhe werden durch Steigeisen ersetzt.

 

Wir beobachten die Wolken unter uns und hoffen das Beste.

Tag 10 - 11 Auf gehts in Hochlager 3

Kurz zeigt sich Mount Foraker

 

 

 

 

4.15 Uhr aufstehen, uns empfängt ein ziemlich kalter und verhangener Morgen. Wie schon vor einigen Tagen wollen wir einen Teil unserer Ausrüstung ins nächste Lager transportieren. Gleich nach dem Frühstück die ernüchternde Info: Sangeeta gibt auf! Sie hat eine Blase und ist in einem allgemein schlechten Zustand.

Die erste Rast

 

 

 

Also breche ich mit Jeff und Tamera auf. Zunächst stapfen wir, den vom Lager aus gut sichtbaren Motorcycle Hill hoch. Vierzig Minuten brauchen wir für die 370 Höhenmeter, dann ergibt sich ein wunderbarer Blick über den unteren Petersgletscher. Der gleich darauf folgende steile Anstieg ist der Squirrel Hill. Keine Ahnung, was ein Eichhörnchen hier soll. Nach kurzer Rast queren wir das Polofield, immer bedacht nicht in eine der vielen versteckten Spalten zu treten.

Einfach traumhaft

Danach folgt das letzte Steilstück für heute, an dessen oberen Ende Windy Corner seinen Namen heute gar keine Ehre macht. Bei angenehmen Temperaturen und nahezu Windstille genießen wir den grandiosen Blick Richtung Basislager.

Nur nich reinfallen

Jetzt sind es noch gut anderthalb Stunden bis ins Lager 3 auf 4435m. Wir deponieren unsere Lasten und ruhen uns im Küchenzelt der unserer chilenischen Freunde aus.

Den Rückweg ins Camp 2 schaffen wir bei schlechter werdender Sicht in gut 2 Stunden. Bis zum Abend sind unser Zelte in dichten Nebel gehüllt.

 

Am kommenden Morgen stehen wir uns 4.40 Uhr auf, frühstücken und bauen das gesamte Lager ab. Sangeeta will den Aufstieg doch noch versuchen.

Wir sind allerdings schwer beladen und noch nicht lange unterwegs, als sie stark abbaut und mit Robert am Seil weit zurückbleibt.

Ich komme mit Jeff und Tamera auf dem schon bekannten Weg gut voran. Lediglich im oberen Teil der heutigen Etappen müssen wir auf Steinschlag und einige große Spalten achten. 13.00 Uhr haben wir Camp 3 erreicht, gut 2 Stunden später sind auch Robert und Sangeeta da.

Da macht der Lageraufbau wenig Spaß

 

 

 

 

 

Wir bauen im tiefen Neuschnee und bei nur 20 Meter Sicht unsere Zelte auf.

Außer Lesen und Zubereiten unseres Abendessens passiert heute nichts mehr. Die nasse Kälte lässt uns alle bibbern, es fällt nasser Schnee. So verziehen wir uns alsbald in die Zelte zur Nachtruhe.

Tag 12 - 13 Beginn der Probleme in Camp 3

Da müssen wir uns hochschinden

 

 

 

 

 

Ein klarer und mit minus 15°C gar nicht so kalter Morgen empfängt uns. Erst um 10 Uhr machen wir uns ans Frühstück. Die 14 Stunden im Zelt haben meinem Rücken nicht gut getan, er schmerzt. Zum Glück ist heute Ruhetag.

 

Nachmittags ist leichtes Seiltraining angesagt. Die Mädels sind wissbegierig, tun sich aber schwer.

Nur der allabentliche Wetterbericht über Funk lässt uns noch draußen bleiben

 

 

 

 

Abends zieht es wieder total zu und unter uns toben Gewitter.

 

Für den folgenden Tag ist wieder Materialtransport geplant. 5.30 Uhr aufstehen, frühstücken und fertigmachen für den Aufstieg. Über eine Stunde stehe ich draußen und friere bei minus 17°C, bis die Mädels endlich fertig sind.

 

Vom Lager bis an den unteren Steilhang sind es nur 10 Minuten. Anfangs führt uns die schon bestehende Spur in Serpentinen bis an den Beginn des Fixseils im 200 m hohen Herzstück der Wand. Es ist nach wie vor eisig und die beiden Damen brauchen schon ihre Handwärmer.

Hier wird es mühsam

 

 

 

 

Sangeeta fällt der Aufstieg ungeheuer schwer, erst 12.10 Uhr haben wir das schwerste Stück hinter uns gebracht. Eine weitere Stunde später sind wir am Depotplatz. Hier oben bedarf es nur einer kurzen Besprechung bis feststeht, Sangeeta muss zurück. Ein weiterer Anstieg ist nicht mehr zu verantworten. Sie ist zweifellos enttäuscht, beugt sich aber der Entscheidung.

Bis hierher hat es Sangeeta geschafft

 

 

 

Nachdem unsere Habseligkeiten eingegraben sind, steigen wir zurück nach unten ins Camp 3. Als ich mit Tamera in der Traverse unterhalb der der Fixseile raste, bewegt sich plötzlich der Boden unter uns. Das Eis knackt und die Séracs über uns drohen herunterzubrechen. Später erfahren wir über Funk, es gab 2 Erdbeben. Das Erste 14.40 Uhr mit einer Stärke von 5,8 und das Zweite 15.30 Uhr mit 4,3. Das Epizentrum lag nur 27 Meilen von uns entfernt – Wahnsinn!

 

Abends hocke ich vor unseren Küchenzelt und genieße die Sonne auf meinem Rücken.

Tag 14 - 16 Hin und Her der Wetterkapriolen

Eine Lawine nach dem Erdbeben gestern kam dem Lager recht nah

 

 

 

 

8.30 Uhr aufstehen bei minus 15°C. Morgen und übermorgen soll Sturm sein, wir werden also weiter hier festsitzen.

 

Den Mädels geht es besser. Sangeeta ist zu langsam, um mit einer befreundeten Gruppe zurück zum Flieger zu laufen. Jeff soll sie begleiten, das kostet ihn leider den Gipfel, da er nicht wieder allein zurück kann.

Die Fernsicht könnte besser sein

 

 

Wir nutzen den freien Tag für einen kleinen Ausflug zu einem nahen Aussichtsfelsen. Leider ist das Wetter uns nicht gewogen und die Sicht mäßig. Als wir zurück sind, teilt uns Robert mit, dass Jeff und Sangeeta noch heute absteigen und wir doch schon morgen früh ins 4. Hochlager klettern – cool!

 

Nachdem uns die Beiden verlassen haben, heißt es wieder einmal packen und den anstehenden Aufstieg vorzubereiten. Gegen Abend ist es noch einmal richtig schön geworden und wir beobachten einen tollen Sonnenuntergang. Ich freue mich so auf morgen!

Morgens zeigt sich der Foraker

 

 

Tag 15, ein Freitag, wir stehen 6.30 Uhr auf. Es ist mit minus 10°C ungewöhnlich warm. Die Wettervorhersage lautet jetzt: Die kommenden beiden Tage je 25 cm Schnee und Sturm. Wir sitzen zwischen je zwei Hoch- und Tiefdruckgebieten, die miteinander „spielen“. Zur Sicherheit verzögern wir unseren Aufbruch. Glücklicherweise, denn um 9.00 Uhr beginnt ergiebiger Schneefall. Mist, also müssen wir es doch hier aussitzen. Es schneit so stark, dass ich Mühe habe, zur knapp 15 m entfernten Toilette und zurückzufinden.

Es gibt einen neuen Plan. Ein Mini-Schönwetterfenster ist für Montag und Dienstag vorhergesagt, also versuchen wir den Gipfel am Sonntag und sind Dienstag zurück im Basislager – vielleicht.

Sturm

 

 

 

 

 

Die folgende Nacht bringt nicht viel Schlaf. Durchweg zerrt der Sturm am Zelt. 8.00 Uhr morgens ist blauer Himmel bei minus 22°C. Es liegen 20 cm Neuschnee. Am Gipfel sind es minus 50°C! und Sturm, da will jetzt keiner sein.

In der Rangerstation

 

 

Wir besuchen den Ranger vom Nationalpark und holen uns ein Wetterupdate. Mittag beginnt wieder starker Schneefall mit teils nur 20 m Sicht. Nun steigen wir doch erst morgen früh auf – hoffentlich! Am Nachmittag wechsel sich viertelstündlich Sonne und Schnee ab, soll typisch sein hier am Denali.

 

Abends wird der Schneefall wieder richtig ergiebig bei nur minus 1°C. Mal sehen, was nun morgen wird. Ich versuche meine Vorfreude über den bevorstehenden Aufstieg zu dämpfen, wurde ja schon mehr als einmal enttäuscht.

Tag 17 - 18 Einsatz des Rettungshubschraubers

Ein eisiger Morgen

 

 

 

 

 

 

 

Nach Mitternacht gab es einen massiven Temperatursturz von minus 1°C auf minus 22°C. Wir stehen gemütlich um 7.30 Uhr auf, so weit ist es ja nicht bis ins Camp 4. Nach dem Frühstück Lager abbauen, alles nicht benötigte eingraben und 10.25 Uhr losmarschieren. Mittlerweile ist die Sonne da und macht die Temperaturen erträglich.

Noch ist alles gut

 

 

Den Weg kennen wir ja bereits. Nach dreieinhalb Stunden allerdings bricht Tamera, die zwischen Robert und mir geht, im Steilhang zusammen und rutscht ab. Lediglich das Sicherungsseil, in dem sie hängen bleibt, verhindert einen Sturz in die Tiefe. Für einen Moment stockt uns der Atem, dann bespreche ich mich kurz mit Robert und klettere zu ihr hoch. Robert sichert uns von oben. Nachdem ich bei ihr bin, befreie ich sie von ihrem Rucksack und habe alle Mühe, nicht von ihren Steigeisen getroffen zu werden. Tamera ist kaum ansprechbar. Nachdem ich sie gesichert habe, kommt auch Robert zu uns herunter. Was tun? Als sie wieder einigermaßen zu sich kommt, binden wir sie kurz ins Seil zwischen uns ein und marschieren mehr recht als schlecht zurück ins Camp 3. Diese Unternehmung dauert eineinhalb Stunden. Schnell bauen wir die beiden Zelte hin und bemühen uns um einen Arzt. Dieser legt fest, dass Tamera binnen der nächsten 36 Stunden rauslaufen muss. Auf meinen Einwand, dass sie das nicht kann, entgegnet er nur, wir müssen sie raus ins Basislager bringen. Das wird uns den Gipfel kosten, aber ein Menschenleben geht natürlich vor.

Abflug ins Krankenhaus

 

 

 

Die folgende Nacht schlafe ich kaum. Zu viele Gedanken spuken durch meinen Kopf. Über Nacht hat sich Tameras Zustand stark verschlechtert, sie fiebert, friert jämmerlich und hat kaum Kraft sich zu bewegen. Wieder holen wir den Doc. Nach erneuter Untersuchung und Besprechung mit dem Parkranger wird doch noch der Rettungsheli angefordert. Dieser kommt nach etwa drei Stunden, er war noch unten bei den zahlreichen Wald- und Grasbränden im Einsatz.

Robert an der Schulter

 

 

 

 

 

 

 

Plötzlich sitzen wir nur noch zu zweit im Lager. Und nun? Wir machen Nägel mit Köpfen, bauen ruckzuck das Lager ab, vergraben das Meiste im Depot und machen uns im Eiltempo um 14.30 Uhr an den Aufstieg. In nur zweieinviertel Stunden sind wir oben am Depot auf 5135m, packen unsere Habseligkeiten in den Rucksack und klettern über die wunderbare schmale und ausgesetzte Schulter des Denali weiter ins Camp 4.

Abendsonne

 

 

 

 

 

 

 

 

Um 18.30 Uhr sind wir oben auf 5435m und bauen unsere Zelte auf. Das Wetter ist kaiserlich und wir genießen einen tollen Abend über den Wolken zusammen mit unseren Freunden aus Brasilien, Palästina, Australien und den USA. Morgen werden wir den Gipfelversuch wagen – ich freue mich so!

 

Aktualisiert am 01.01.2017

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